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Radiusköpfchensubluxation (Chassaignac-Lähmung) !

Die Chassaignac-Lähmung ist eine häufige Kleinkindverletzung: Zug am Arm lässt das Ringband über das Speichenköpfchen rutschen; meist in Sekunden behoben.

Aktualisiert 2026-10-29

Beteiligte Strukturen

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Was es ist

Teilweises Abgleiten des Ligamentum anulare radii über das Radiusköpfchen, sodass sich das Band im Gelenk zwischen Radius und Capitulum humeri verfängt. Es ist die häufigste Ellenbogenverletzung im Kleinkindalter und wird meist in Sekunden ohne Anästhesie reponiert.

Wen es betrifft

Typisch im Alter von etwa 1 bis 4 Jahren, mit einem Gipfel um 2 bis 3 Jahre. Sie ist in Kolumbien wie überall ein häufiger Grund für Vorstellungen in der Kindernotaufnahme und tritt beim selben Kind oft erneut auf.

Ursachen

  • Plötzlicher Zug an Hand oder Handgelenk bei gestrecktem Ellenbogen und proniertem Unterarm (Hochheben eines Kindes an der Hand, Festhalten bei einem Sturz oder Herumschwingen an den Armen)
  • Seltener ein Sturz oder eine Verdrehung des Arms bei einem sehr jungen Säugling

Risikofaktoren

  • Alter 1 bis 4 Jahre
  • Früheres Ereignis am selben Arm
  • Bandlaxität und ein bei Kleinkindern noch kleines, rundliches Radiusköpfchen

Pathophysiologie

Bei Kleinkindern ist das Radiusköpfchen klein und das Ligamentum anulare distal locker und dünn. Axialer Zug am gestreckten, pronierten Unterarm zieht den Radius ein wenig aus dem Band, und ein Teil des Bandes gleitet nach proximal in das Radiohumeralgelenk. Das eingeklemmte Band blockiert die Supination und verursacht Schmerzen, es liegt jedoch keine Fraktur und meist keine Schwellung vor.

Symptome und Zeichen

  • Plötzliches Weinen und Schonung des Arms nach einem Zug
  • Arm seitlich am Körper gehalten, Ellenbogen leicht gebeugt und Unterarm proniert
  • Kaum oder keine Schwellung, kein Hämatom, keine Fehlstellung
  • Schmerz bei versuchter Supination; Druckschmerz, falls vorhanden, über dem lateralen Ellenbogen

Diagnose

Klinisch
Typische Anamnese eines Zuges und ein Kind, das den Arm in Pronation ruhig hält, ohne Schwellung oder Knochendruckschmerz. Eine erfolgreiche Reposition, nach der das Kind den Arm innerhalb von Minuten benutzt, bestätigt die Diagnose.
Untersuchungen
Nicht erforderlich.
Bildgebung
Im typischen Fall ist kein Röntgen nötig; es erfolgt bei Sturz, Schwellung oder Knochendruckschmerz oder wenn die Reposition misslingt.

Differenzialdiagnose

  • Suprakondyläre Humerusfraktur
  • Fraktur des Condylus lateralis oder andere okkulte Ellenbogenfraktur
  • Klavikulafraktur
  • Septische Arthritis des Ellenbogens
  • Kindesmisshandlung

Behandlungsziel

Das eingeklemmte Ligamentum anulare rasch und schmerzarm befreien, damit das Kind den Arm normal benutzt, und das Rezidivrisiko senken.

Behandlung

Eingriff
Hyperpronationsmanöver: Bei gebeugtem Ellenbogen wird der Unterarm kräftig proniert, während ein Daumen über dem Radiusköpfchen ein Klicken ertastet. Viele Studien berichten über einen höheren Erfolg beim ersten Versuch als mit der Supination.
Eingriff
Supinations-Flexions-Manöver: Der Unterarm wird supiniert und der Ellenbogen anschließend vollständig gebeugt. Misslingt eine Technik, wird meist die andere versucht.
Verlaufskontrolle
Beobachtung für 10 bis 30 Minuten nach der Reposition, um zu sehen, ob das Kind greift und den Arm benutzt; eine kurze Ruhigstellung in einer Armschlinge ist möglich, wenn die Benutzung ausbleibt oder die Reposition unsicher ist.
Konservativ
Misslingt die Reposition oder ist die Diagnose unklar: Röntgen, Armschlinge und baldige Kontrolle; viele Subluxationen reponieren sich spontan.

Komplikationen

  • Rezidiv, besonders in den ersten Lebensjahren
  • Übersehene Fraktur bei untypischer Anamnese oder Untersuchung
  • Sehr selten eine nicht reponierbare Subluxation, die eine offene Reposition erfordert

Prognose

Ausgezeichnet. Nach der Reposition benutzt das Kind den Arm meist innerhalb von Minuten, ohne bleibende Schäden. Die Rezidivneigung verschwindet mit der Reifung von Radiusköpfchen und Band, typischerweise bis etwa zum Schulalter.

Vorbeugung

  • Kinder unter den Achseln hochheben statt an Händen oder Handgelenken
  • Kleine Kinder nicht an den Armen herumschwingen

Testen Sie sich

Überlegen Sie die Antwort und tippen Sie dann auf die Frage.

Welches Band ist bei der Chassaignac-Lähmung im Radiohumeralgelenk eingeklemmt?

Das Ligamentum anulare radii, das nach proximal über das Radiusköpfchen gleitet.

Was ist der typische Mechanismus der Radiusköpfchensubluxation?

Plötzlicher axialer Zug an der Hand bei gestrecktem Ellenbogen und proniertem Unterarm, etwa beim Hochheben oder Ziehen eines Kleinkindes an der Hand.

Wie hält ein Kind mit Chassaignac-Lähmung typischerweise den Arm?

Seitlich am Körper, mit leicht gebeugtem Ellenbogen und proniertem Unterarm, ohne ihn zu benutzen, mit kaum oder keiner Schwellung.

Welche zwei Repositionsmanöver werden bei der Chassaignac-Lähmung angewendet?

Die Hyperpronation, die häufig als erfolgreicher beim ersten Versuch beschrieben wird, und die Supination mit anschließender vollständiger Beugung des Ellenbogens.

Wann ist bei Verdacht auf Chassaignac-Lähmung ein Röntgenbild indiziert?

Bei Sturz, Schwellung, Hämatom oder Knochendruckschmerz oder wenn die Reposition die Armbenutzung nicht wiederherstellt.

Verwandte Erkrankungen

Lerninformation, keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.

Quellen: Nursemaid Elbow (StatPearls (NCBI Bookshelf), 2023).

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Repräsentatives Modell, nur zu Lernzwecken.

Ringband (Ligamentum anulare radii), hervorgehoben auf dem 3D-Modell von Durgical