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Rotatorenmanschettenruptur !

Eine Rotatorenmanschettenruptur ist ein Teil- oder Komplettriss einer Schultersehne, meist des Supraspinatus; sie verursacht Schmerz und Schwäche beim Armheben.

Aktualisiert 2026-10-29

Beteiligte Strukturen

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Was es ist

Teil- oder Komplettruptur (transmural) einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette, meist des Musculus supraspinatus. Sie verursacht Schulterschmerzen und Schwäche, besonders beim Heben des Arms.

Wen es betrifft

Wird mit dem Alter häufiger; viele Rupturen bei älteren Erwachsenen sind degenerativ, manche verursachen keine Beschwerden. Akute Rupturen treten bei Jüngeren nach Trauma oder Sport auf.

Ursachen

  • Altersbedingter degenerativer Sehnenverschleiß
  • Akutes Trauma: Sturz auf den Arm oder Schulterluxation
  • Wiederholte Überkopftätigkeit
  • Subakromiales Impingement, das zur Sehnenschädigung beiträgt

Risikofaktoren

  • Alter über etwa 40 bis 50 Jahre
  • Überkopfarbeit oder Überkopfsport
  • Rauchen
  • Diabetes und Hypercholesterinämie
  • Frühere Kortikosteroidinjektionen
  • Familienanamnese

Pathophysiologie

Die Manschettensehnen stabilisieren den Humeruskopf in der Glenoidpfanne, während der Deltamuskel den Arm hebt. Mit dem Alter nimmt die Durchblutung nahe dem Supraspinatusansatz ab und die Sehne degeneriert, sodass sie bei gewöhnlicher Belastung oder geringem Trauma versagen kann. Eine große Ruptur lässt den Humeruskopf nach oben wandern, und lange bestehende Rupturen führen zu Muskelatrophie, fettiger Infiltration und Retraktion.

Einteilung

  • Partialruptur (bursaseitig, gelenkseitig oder intratendinös) oder transmurale Ruptur
  • Akut-traumatisch oder chronisch-degenerativ
  • Nach Größe und Anzahl der betroffenen Sehnen (klein bis massiv; Einteilungen variieren)

Symptome und Zeichen

  • Seitlicher Schulterschmerz, oft in die Deltaregion ausstrahlend
  • Nachtschmerz, besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite
  • Schmerzhafter Bogen bei Abduktion
  • Schwäche beim Heben oder Rotieren des Arms
  • Verlust der aktiven Beweglichkeit bei relativ erhaltener passiver Beweglichkeit

Diagnose

Klinisch
Schmerzhafter Bogen. Supraspinatus: Empty-can-Test (Jobe-Test) und Drop-arm-Zeichen. Infraspinatus/Teres minor: schwache Außenrotation, Außenrotations-Lag-Zeichen. Subscapularis: Lift-off-Test und Belly-press-Test.
Untersuchungen
Laboruntersuchungen sind nicht nötig, außer bei Verdacht auf Infektion oder entzündliche Arthritis.
Bildgebung
Röntgen zur Suche nach einem Humeruskopfhochstand, Arthrose oder einer Fraktur. Ultraschall oder MRT zeigen die Ruptur, ihre Größe und die Muskelqualität; MR-Arthrographie bei manchen Partialrupturen.

Differenzialdiagnose

  • Subakromiales Impingement oder Bursitis
  • Frozen Shoulder (adhäsive Kapsulitis)
  • Arthrose des Glenohumeral- oder Akromioklavikulargelenks
  • Tendinosis calcarea (Kalkschulter)
  • Zervikale Radikulopathie (C5)
  • Engpasssyndrom des Nervus suprascapularis

Behandlungsziel

Schmerzen lindern, Kraft und Funktion wiederherstellen und bei geeigneten Patienten die Sehne rekonstruieren, bevor der Muskel degeneriert.

Behandlung

Konservativ
Anpassung der Aktivität und eine kurze Phase relativer Schonung; viele degenerative Rupturen werden ohne Operation behandelt.
Medikamentös
Analgetika und NSAR; eine subakromiale Kortikosteroidinjektion kann bei ausgewählten Patienten die Schmerzen lindern.
Rehabilitation
Physiotherapie zur Kräftigung der verbleibenden Manschetten- und Schulterblattmuskulatur und zur Wiederherstellung des Bewegungsumfangs.
Operativ
Arthroskopische oder offene Sehnenrekonstruktion bei akut-traumatischen Rupturen und bei symptomatischen Rupturen aktiver Patienten; bei massiven, nicht rekonstruierbaren Rupturen kommen ein Sehnentransfer oder eine inverse Schulterprothese infrage.

Komplikationen

  • Fortschreiten der Ruptur und Muskelatrophie
  • Reruptur nach Rekonstruktion
  • Schultersteife
  • Defektarthropathie (Cuff-Arthropathie)

Prognose

Viele Patienten bessern sich mit Physiotherapie. Die Rekonstruktion erzielt in den meisten Fällen gute Ergebnisse, die Einheilung ist jedoch bei älteren Patienten, großen Rupturen und Rupturen mit fettiger Muskelinfiltration weniger zuverlässig.

Vorbeugung

  • Kräftigung der Schulterblatt- und Rotatorenmanschettenmuskulatur bei Überkopfsportlern und -arbeitern
  • Verzicht auf Rauchen

Testen Sie sich

Überlegen Sie die Antwort und tippen Sie dann auf die Frage.

Welche Sehne der Rotatorenmanschette reißt am häufigsten?

Die Supraspinatussehne, meist nahe ihrem Ansatz am Tuberculum majus des Humerus.

Welche vier Muskeln bilden die Rotatorenmanschette?

Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor und Subscapularis (englische Eselsbrücke SITS: die Anfangsbuchstaben der vier Muskeln).

Was zeigt der Drop-arm-Test bei einer Rotatorenmanschettenruptur?

Der Patient kann den Arm aus etwa 90° Abduktion nicht langsam absenken; er fällt herab, was auf eine große Supraspinatusruptur hinweist.

Welcher Test prüft den Supraspinatus mit dem Arm in der Skapulaebene und nach unten zeigendem Daumen?

Der Empty-can-Test (Jobe-Test): Schmerz oder Schwäche gegen Druck nach unten spricht für eine Beteiligung des Supraspinatus.

Welche bildgebenden Verfahren zeigen eine Rotatorenmanschettenruptur?

Ultraschall oder MRT; das konventionelle Röntgen zeigt nur indirekte Zeichen wie einen Humeruskopfhochstand.

Verwandte Erkrankungen

Lerninformation, keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.

Quellen: Rotator Cuff Injury (StatPearls (NCBI Bookshelf), 2023).

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Repräsentatives Modell, nur zu Lernzwecken.

Musculus supraspinatus (Obergrätenmuskel), hervorgehoben auf dem 3D-Modell von Durgical